Posts Tagged: Korea

Are Kore­ans too edu­cat­ed? South Korea must address its inac­tive share of aca­d­e­mics for sus­tain­able growth

Com­pared to prob­lem strick­en coun­tries like Spain or Greece, youth unem­ploy­ment in Korea doesn’t seem to be an issue. Offi­cial OECD sta­tis­tics report an unem­ploy­ment rate of 9,6% for peo­ple between 15 and 24 (Jones 2013). With respect to this low rate of unem­ploy­ment South Korea is out­per­formed by only very few coun­tries like Ger­many and Switzer­land, which have youth unem­ploy­ment rates around 8% to 9%.

This pic­ture, how­ev­er, changes dra­mat­i­cal­ly for the num­ber of NEETs (youth not in employ­ment, edu­ca­tion, or train­ing), as pre­sent­ed in the fig­ure below. Accord­ing to recent OECD (2013) edu­ca­tion­al data, NEETs made up 18.8% of the pop­u­la­tion in 2011, a rate also expe­ri­enced in coun­tries like Spain, Greece, or Italy. Inter­est­ing­ly, this num­ber is not dri­ven by peo­ple with low edu­ca­tion­al back­ground, but by peo­ple with ter­tiary edu­ca­tion. NEETs with ter­tiary edu­ca­tion make up 24%. Only Greece and Turkey have high­er shares in the group of OECD coun­tries. Such a high share of inac­tive, young and edu­cat­ed peo­ple is wor­ry­ing from an eco­nom­ic point of view. They don’t con­tribute to the econ­o­my by delay­ing labour mar­ket entry, but enjoy a very expen­sive edu­ca­tion, plac­ing huge debt bur­den on their fam­i­lies. Over­all, Kore­ans spend 7.6% of their GDP on edu­ca­tion, of which over one third is paid for by pri­vate house­holds (OECD 2013).

Youth (15-29 years) not in employment, education, or training as percentage of total youth.

Youth (15–29 years) not in employ­ment, edu­ca­tion, or train­ing as per­cent­age of total youth.

Why is such a high pro­por­tion of young Kore­ans inac­tive? The three main caus­es, which are also inter­con­nect­ed, are (1) a lack of jobs due to decreased inter­na­tion­al com­pet­i­tive­ness and reces­sions, (2) a lack of flex­i­bil­i­ty on the labour mar­ket, and (3) a skills mis­match (see Schmid 2013). Regard­ing aca­d­e­mics the skills mis­match i.e. over-edu­ca­tion is most preva­lent. Almost 86% of all high school grad­u­ates attend col­leges in Korea, as a ter­tiary degree is regard­ed as a tick­et to suc­cess in Korea’s com­pet­i­tive soci­ety. It is said to guar­an­tee social recog­ni­tion and a high income. The Sam­sung Eco­nom­ic Research Insti­tute (SERI) (2012), a pri­vate think-tank, how­ev­er, esti­mat­ed that around 42% of col­lege grad­u­ates are over-edu­cat­ed for the labour mar­ket. Korea is lack­ing skilled tech­ni­cians and crafts­men, not aca­d­e­mics. If these 42% would enter the labour mar­ket right after high school, the eco­nom­ic growth would be 1.01 per­cent­age points high­er, accord­ing to SERI. This growth is vital for an econ­o­my like Korea with a mir­a­cle growth in the past and pro­ject­ed low growth rates due to a lack of com­pet­i­tive­ness and a shrink­ing soci­ety.

There­fore the last Kore­an Pres­i­dent, Lee Myung-bak intro­duced “Meis­ter schools”, voca­tion­al high schools for tal­ent­ed youths copy­ing parts of the suc­cess­ful voca­tion­al train­ing sys­tem of Ger­many and Switzer­land. But Korea needs more than just anoth­er elite insti­tu­tion increas­ing the com­pe­ti­tion among stu­dents. The gov­ern­ment needs to address the com­pet­i­tive­ness in Kore­an soci­ety first to make voca­tion­al edu­ca­tion a more viable option. It must be okay for high schools stu­dents not to go to col­lege. They should be able to pur­sue their dream job and not society’s dream jobs. This may also mean to share wealth through a big­ger wel­fare sys­tem, which makes less paid jobs more attrac­tive for high school grad­u­ates.

Inspi­ra­tion:

  • Jones, Ran­dall S. (2013): “Edu­ca­tion Reform in Korea”, OECD Eco­nom­ics Depart­ment Work­ing Papers, No. 1067, OECD Pub­lish­ing. Link
  • OECD (2013): “Edu­ca­tion at a Glance 2013: OECD Indi­ca­tors”, OECD Pub­lish­ing. Link
  • Sam­sung Eco­nom­ic Research Insti­tute (2012): “A Soci­ety Where You Can Suc­ceed with­out Going to Col­lege”, Week­ly Insight, June 4, 2012
  • Schmid, Gün­ther (2013): “Youth Unem­ploy­ment in Korea: From a Ger­man and Tran­si­tion­al Labour Mar­ket Point of View”, IZA Pol­i­cy Paper, No. 63, May 2013

Orig­i­nal­ly pub­lished on ECON+, Sep­tem­ber 29, 2013.

Aus­landsstudi­um an der Seoul Nation­al Uni­ver­si­ty — ein Erfahrungs­bericht

Proteste Zwis­chen Sep­tem­ber und Dezem­ber 2011 nahm ich am Aus­tausch­pro­gramm der Goethe Uni­ver­sität in Frank­furt am Main und der Seoul Nation­al Uni­ver­si­ty teil. Meine Erfahrun­gen hier­bei möchte ich im Fol­gen­den wiedergeben.

Vor­bere­itung

Nach der erfol­gre­ichen Bewer­bung an der Goethe Uni­ver­sität musste noch eine Bewer­bung an die Seoul Nation­al Uni­ver­si­ty gesendet wer­den, welche das Prü­fungsamt versendet. Hier­für ist neben einem aus­ge­füll­ten For­mu­lar auch eine Kopie des Reisep­a­ss­es und ein Beleg der Aus­land­skranken­ver­sicherung notwendig. Desweit­eren müssen für Bewer­bung um einen Platz im Stu­den­ten­wohn­heim zwei medi­zinis­che Gutacht­en mit­geschickt wer­den. Hier­von sollte eines vom Hausarzt aus­gestellt wer­den und eine gesund­heitliche Ver­fas­sung bestäti­gen, d.h. auch zu notwendi­gen Imp­fun­gen. In Korea sind außer den in Deutsch­land üblichen Imp­fun­gen auch eine Hepati­tis A Imp­fung notwendig. Das zweite Gutacht­en muss von einem Radi­olo­gen aus­gestellt wer­den, der zuvor den Brust­bere­ich gerönt­gt hat. Wichtig ist es hier festzustellen, dass keine Tuberku­lose vor­liegt. Diese Gutacht­en sind nur notwendig wenn man auch einen Platz im Wohn­heim erhal­ten möchte, für den man sich rechtzeit­ig über das Inter­net reg­istri­eren muss. Ger­ade eine frühe Reg­istrierung ver­hil­ft zu einem besseren Platz im Wohn­heim.

Fatales Kon­junk­tur-Pro­gramm: 4-Flüsse-Pro­jekt

Als Reak­tion auf die Finanzkrise startete in Süd­ko­rea 2009 ein großes Kon­junk­tur­pro­gramm. Ziel des »Green New Deals« ist es, ein CO2-sparen­des Wach­s­tum zu gener­ieren. Im Zen­trum ste­ht das 4-Flüsse-Pro­jekt, das der Sanierung der großen Flüsse Han, Geum, Nakdong und Youngsan dient. Neben Parks, Brück­en und Rad­we­gen sind Dämme und Wasser­spe­ich­er geplant. Sie sollen die Wasserqual­ität erhöhen und vor Über­schwem­mungen oder Wasserk­nap­pheit schützen.

Der BUND-Part­ner FoE Korea wehrt sich gegen das Baupro­jekt: »Die 16 Dämme sind schon deshalb unnötig, weil die Regio­nen ent­lang der vier Flüsse kaum von Über­schwem­mungen betrof­fen sind«, so Ma Young-un von FoE Korea. Die Bauar­beit­en aber zer­stören auf großer Fläche natur­na­he Auen- und Fluss­biotope und ver­schlechtern die Wasserqual­ität erhe­blich.

Seit März dieses Jahres kämpft Ma zusam­men­mit Lee, einem weit­eren Aktivis­ten von FoE, in Yeo­ju gegen die Pläne der Regierung. An diesem Bren­npunkt sind vier Dämme geplant, große Teile des Feucht­ge­bi­ets Bawi-neupgu­bi wur­den bere­its zer­stört. Doch leben hier bedro­hte Arten wie Kore­anis­che Tigerechse, Eura­sis­ch­er Flus­sot­ter und Langschn­abel-Wasser­läufer. Die Aster altaicus, die nur in den Auen Yeo­jus vorkommt, kon­nte vor­läu­fig durch die Beset­zung ein­er Baustelle gerettet wer­den.

FoE klärt über die Fol­gen auf und berichtet über die Geschehnisse vor Ort. FoE Korea fordert die Regierung auf, das Zer­störungswerk sofort zu been­den und sich an deutschen Rena­turierung­spro­jek­ten ein Beispiel zu nehmen. Derzeit wird ein alter­na­tiv­er Vorschlag erar­beit­et. In der Bevölkerung find­et FoE wach­senden Rück­halt. Nach ein­er Nieder­lage bei Kom­mu­nal­wahlen hat auch die Regierung erste Dialog­bere­itschaft bezüglich des 4-Flüsse-Pro­jek­ts sig­nal­isiert.

Erschienen in BUND­magazin 3/2010

Auf dem Weg zum Musterkn­aben? Umweltschutz in Korea

Seoul Panorama

Dieses Jahr wird in Kopen­hagen ein Fol­ge­abkom­men für das 2012 aus­laufende Kyoto-Pro­tokoll aus­ge­han­delt. Bei let­zterem war es für die ras­ant wach­sende Wirtschaft Süd­ko­re­as schwierig, die Zielvor­gaben zu erfüllen. 2006 hat­te das Land gemessen am BIP den höch­sten CO2-Ausstoß unter den OECD-Län­dern und einen über­durch­schnit­tlich hohen Energie­ver­brauch. Zur Zeit nimmt das Land den Platz als weltweit zehnt­größter Emit­tent ein. Als Alter­na­tive zu Kyoto unterze­ich­nete Korea 2005 zusam­men mit Chi­na, Japan, Indi­en, Aus­tralien und den USA ein Kli­maschutz­abkom­men, das keine verbindlichen Werte für den Ausstoß von Treib­haus­gasen set­zt.